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Galerie 03 e.V.

Karl-Heinz Heidenreich
Lindleinstraße 8
97080 Würzburg

freakCha@aol.com

 


 

Tickets und Preise

  • FESTIVALTICKET: 100,00 Euro
  • reduziert (Studenten/HARTZ IV) 50,00 Euro
  • Tagesticket Freitag: 55,00 Euro
  • Tagesticket Samstag: 55,00 Euro

Mailorder: freakCha@aol.com

 


 

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Der folgende Text entstammt zum Großteil einem auf Progrock-dt.de erschienenen Beitrag, mit dem Titel „Ein Abend mit Charly Heidenreich: Sein Leben mit der Musik. – Von den Anfängen einer Leidenschaft bis zur FreakShow“. - Dieser gibt weitaus umfangreicher den Inhalt jenes abendlichen Gesprächs wieder, in dem Charly die Entstehung und Entwicklung seiner musikalischen Leidenschaft anhand seiner 10 Lieblingsstücke nachzeichnete. Im folgenden soll der Schwerpunkt aber vielmehr auf der Geschichte unserer Musikinitiative, der FreakShow, liegen.. (Rechts die Playlist des Abends und das Interview zum Nachhören.)

Musikorganisator Charly Heidenreich kennen viele, Einheimische aus Würzburg wie auch die oft von weither angereisten Besucher seiner Festivals. Diejenigen, die ihn bei seinen zahlreichen Einzelkonzerten und jährlichen Festivals im Rahmen seiner FreakShow seit Sommer 1994 als Bandansager und quirligen Umherwetzer, der überall ist und trotzdem für jeden ein nettes Wort parat hat, erlebt haben, wissen, wie sehr er das, was er dort auf die Bühne bringt liebt, wie sehr er selber ganz seine Veranstaltungen ist. Fast möchte man zuweilen meinen, man hätte das Privileg, auf einer Privatparty Charlys mit dabeisein zu können, so sehr hat es den Anschein, als mache er diese Konzertreihe auch für sich selbst. – Und vermutlich ist dem auch so.

Anfang Dezember 2012 bot sich für interessierte FreakShow-Gänger die Gelegenheit, Charly im Rahmen der regelmäßig über die Wintermonate in und um Würzburg stattfindenden Kulturtalkabende „My favourite tracks“ erleben zu können, bei denen Kulturschaffende aus dem Würzburger Raum ihre 10 Lieblingsstücke (bzw. 10 für sie bedeutende Stücke) mitbringen und sich, diese als Aufhänger nutzend, daran ein Gespräch zwischen Moderator Dennis Schütze und seinem Gast entspinnt.

Er erzählt von der, wie er es selbst gern ausdrückt, Gnade der frühen Geburt im Jahr 1953, die ihm ab Mitte der 1960er-Jahre die Chance gab, die Entwicklungen der Beatmusik in Echtzeit mitverfolgen zu können. Angetrieben von wachsender Neugierde auf die immer zahlreicher werdenden Veröffentlichungen aus dem Bereich von, im Hinblick auf Instrumentierung, Struktur und Länge, progressiver Rockmusik, welche er in nächtlichen Hörsessions auf verrauschten Mittelwellensendern aus ganz Europa für sich entdeckte, folgte schon bald der Beginn einer ausgedehnten Sammelleidenschaft, die darin mündete, daß er selbst aktiv bei der Promotion und Veranstaltung von Konzerten wurde:

Nachdem er Mitte der 70er-Jahre zwecks Studiums nach Würzburg gekommen war (und dort bis heute geblieben ist), folgte nach ersten DJ-Erfahrungen, bei denen er zwischen „Spät-70er-Jahre-Eiermusik“ immer wieder Colosseum und VdGG einstreute (und ‚entsetzten’ Besuchern riet: „komm nächste Woche wieder, dann gefällts dir“) und der Chance, Ende der 80er-Jahre für die vom Radio der Jazzinitiative Würzburg ausgestrahlte Sendung „Blue Notes - Jazz & Blues on Friday Night“ auflegen zu dürfen, bald schon das von 1989 bis 1992 dauernde Engagement beim mittlerweile nicht mehr bestehenden Lokalsender W1, bei dem er zunächst im Rahmen der Sendung „Trend Line“ im Team, später mit seiner eigenen Sendung „Freakshow“ als alleiniger DJ aktiv war, was ihm die Gelegenheit gab, auch Longplayer ab 15 Minuten Spieldauer in den Äther zu schicken. Diese Sendung sorgte dafür, daß Charly und seine Freakshow zu einer Marke wurden und so folgte nicht lange auf sein Radioengagement, 1993, der Beginn der Freakshow-Parties im damals frisch neugegründeten AKW! (das ehemalige Autonome Kulturzentrum Würzburg im Bürgerbräu-Areal in der Zellerau), wo er aufgrund seiner Bekanntheit seine musikalischen Vorlieben ausleben durfte und wo sein DJ-Engagement und seine Sammelleidenschaft der vergangenen 20 Jahre zusammentrafen, denn es waren jene Sammlerbekanntschaften aus Chatterbox-Tagen, die zwischenzeitlich ihre eigenen Labels gegründet hatten und Charlys Freakshow mit den Alben ihrer Interpreten versorgten.

1994, im Sommer, das Fußball-WM-Finale in den USA stand ins Haus, fragte eine schwedische Band, von deren erstem Album Vemod er bereits 50 Exemplare an den Mann bringen konnte, bei ihm an: sie sei auf der Durchreise zu einer Tour in Italien und würde gern Halt machen in Würzburg. Das Konzert kam zustande und trotz WM-Finale am selben Abend, trotz brütender Hitze im rappelvollen AKW!: das erste Freakshow-Konzert mit Anekdoten war ein voller Erfolg, die Band und das Publikum waren begeistert, obwohl Vemod nicht mehr für das Konzert hergab als 50 Minuten. Das Konzert wurde dann noch verlängert, indem die Band Stücke von King Crimson (aus ihren Coverband-Tagen) und ein Cello-Solo als Zugabe spielte.

À propos spielen: Selbst aktiv ein Instrument zu spielen (und zu beherrschen), auch daran versuchte sich Heidenreich schon sehr frühzeitig ab Ende der 50er, im Alter von sechs Jahren. Klavier war es, wie es in so vielen Fällen das Einstiegsinstrument darstellt. – Und wie in ebenso vielen Fällen machte ihm mit Beginn seiner Sturm und Drang-Jahre der Fußball (und andere zunehmend an Wichtigkeit gewinnende Interessen) einen Strich durch die Klavierrechnung, und auch die Aussicht, der holden Weiblichkeit dereinst durch vollendet schmachtendes Spiel imponieren zu können zerschlug sich mit fortschreitendem Einstieg und Einblick in die sich immer weiter, immer rascher entwickelnde und diversifizierende Welt der noch jungen Beatmusik. Jener Einblick, der für Charly letztlich im Progressive Rock enden sollte. Die Aussicht, am Instrument nie so gut sein zu können wie jene, denen er nachts im verrauschten Mittelwellensender bewundernd zuhörte, ließ ihn das Vorhaben des Instrumentenspiels fallenlassen. — Vielleicht das beste, was dem Freakshow-Gänger, aus heutiger Perspektive betrachtet, hat passieren können, denn – so Heidenreich – die selbstinitiierte Veranstaltung von Konzerten kann als Kompensation der eigenen Nicht-Beherrschung eines Instruments angesehen werden.
Und so begann ab Mitte der 90er-Jahre die Konzertintensität der Freakshow stetig an Fahrt zu gewinnen: von einem bis nur wenigen Konzerten pro Jahr bis 2000 beginnend, bekam die Veranstaltungsreihe ab 2001 mit dem Anschluß der Musikinitiative Freakshow an den damals in Würzburg rege aktiven Verein für Subkultur „Galerie 03“ erheblichen Schub, der es Charly ermöglichte, im Sommer 2001 das erste Freakshow Artrock-Festival mit dem bis heute glanzvollen Line Up Magma, Present, Anekdoten zu veranstalten. Seither haben sich nicht nur die ein-, bisweilen auch zweimal pro Jahr stattfindenden Festivals fest im Veranstaltungskalender Würzburgs etabliert, sondern auch die Einzelkonzertaktivität intensivierte sich und liegt mittlerweile bei ca. 10 bis 15 Konzerten pro Jahr (einen nahezu vollständigen Überblick über die Konzerte gibt unser Konzertarchiv). Mittlerweile dürfte es kaum mehr einen Veranstaltungsort in Würzburg geben, an dem die Freakshow noch nicht präsent war; neben dem AKW war dies seit 2002 verstärkt auch immer wieder - und bis heute - das Cairo. Doch vor allem das Immerhin, das 2003 zum ersten Mal dabei war und insbesondere seit dem Ende des AKW 2009 stetig an Bedeutung für die Freakshow hinzugewann, nimmt nun die zentrale Rolle zur Ausrichtung von Einzelkonzerten ein.

Neben vielen Highlights der Veranstaltungsreihe, waren eine besondere seinem Engagement entsprungene Frucht — neben dem Konzert der französischen Zeuhl-Begründungsband Magma in der St. Johanniskirche im Mai 2002 als erwähnenswertem Highlight der Einzelkonzerte — die Kooperativfestivals in den Jahren 2005, 2007 und 2009 zusammen mit der Progressive Rock-Onlinegemeinde progrock-dt, die zuvor bereits unter dem Namen „Progparade“ erfolgreich eine Festivalplattform für junge Nachwuchs-Progbands ins Leben gerufen hatte. Mit Heidenreichs internationaler Erfahrung konnten Veranstaltungen konzipiert werden, die beiden Ansprüchen gleichermaßen gerecht wurden und jungen, wie auch arrivierten Künstlern ein nationales Forum boten die FreakParaden“.

Vor allem den Festivals ist es zu verdanken, daß sich Würzburg im Laufe der Zeit zu einem Prog-Nabel in Deutschland entwickelte; im Bereich der ausgefallenen Stilmischungen kann die Freakshow sicherlich als zentrale Anlaufstelle in Deutschland mit internationalem Ruf gelten: ausländische bzw. generell von weither angereiste Besucher sind durchaus keine Seltenheit.

Nach fast dreieinhalb Stunden (mit nur 15 Minuten Pause) ist man an diesem Abend um viele Informationen und Einblicke in die kleine große Welt des Charly Heidenreich und seiner Freakshow reicher. Spannend zu hören, wie sich die Dinge zu dem fügten, was sie heute sind. Und so bleibt mir an dieser Stelle nur Danke für den Abend zu sagen und der Freakshow alles Gute für die Zukunft zu wünschen, sprich: weiterhin tolle Bands und den Zuspruch, mit dem sich die Reihe langfristig am Leben halten läßt, denn das Verschwinden kleiner Szenen, die so wichtig für die Gesamtkultur einer Gesellschaft sind, zu Gunsten dröger, charakterloser Vereinheitlichung ganz im Zeichen des Mainstream, es wäre kein schönes, aber leider ein klares Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Darum: support your local progrock promoter!

Tickets und Preise

  • FESTIVALTICKET: 100,00 Euro
  • reduziert (Studenten/HARTZ IV) 50,00 Euro
  • Tagesticket Freitag: 55,00 Euro
  • Tagesticket Samstag: 55,00 Euro

Mailorder: freakCha@aol.com

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